Ihre Fragen

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Unsere Antworten

Welchen Einfluss hat das Bauvorhaben auf die Verkehrsströme und Schulwege?

Wir haben zum besseren Verständnis des Bauvorhabens eine Skizze angefertigt. Sie basiert auf den im Rathaus öffentlich ausgelegten Plänen und Gutachten und zeigt die für uns besonders kritischen Auswirkungen auf den Verkehr und damit die Schulwege der Grundschüler.

Warum kommen unsere Einwände erst jetzt?

Weil die maßgeblichen Pläne erst seit 17. November öffentlich bei der Gemeinde ausliegen. Davor war ein Bürgerbegehren rechtlich nicht möglich.

Ist nicht alles schon entschieden?

Nein! Die geänderten Entwürfe des Bebauungs- und des Flächennutzungsplans liegen bis 18.12. für Vorschläge durch die Gautinger Bürger im Rathaus aus, sind also noch nicht vom Gemeinderat beschlossen worden. Die Verabschiedung kann also noch verhindert werden, wenn die Bürger es wollen.

Hat es nicht eine ausreichende Bürgerbeteiligung gegeben?

Nein! Die erste Vorstellung des konkret geplanten Bauvorhabens fand am 6. April 2017 statt. Da war der notarielle Kaufvertrag mit dem Investor Sontowski längst geschlossen (am 13. Dezember 2016) und vom Gemeinderat genehmigt! Es war damit bereits alles entschieden, und die nachträgliche Bürgerbeteiligung hatte nur noch Alibifunktion.

War die Gemeinde nicht zu dem Verkauf gezwungen, weil sie  das Geld braucht und muss sie nicht bei Rückgabe des Grundstücks Strafe zahlen? Gibt es andere Kaufinteressenten?

Wir wissen nicht, ob der Kaufpreis (ca. 9 Mio. €) bereits bezahlt worden ist und was mit dem Investor für den Fall vereinbart wurde, dass der geplante  Bebauungsplan nicht genehmigt wird. Üblicherweise kann ein Investor in diesem Fall von dem Projekt zurücktreten. Laut Frau Dr. Kössinger muss dann nur der Kaufpreis zurückgezahlt werden, aber keine Strafe.
Es gab und wird auch sicher weitere Kaufinteressenten geben, angesichts der unverändert steigenden Immobilienpreise auch zu einem ähnlichen Kaufpreis. Selbst wenn die Gemeinde 1 Million Euro weniger erhalten würde, sollte für diese Summe Gauting nicht „seine Seele verkaufen“.

Ist die Gemeinde frei bei der Planung für die Bebauung des Grundstücks?

Ja, das ist allein Sache der Gemeinde. Die Verabschiedung von Bebauungsplänen und Flächennutzungsplänen gibt ihr viel Gestaltungsspielraum. Die Gemeinde hat als Grundstückseigentümerin und Verkäuferin, anders als bei dem privaten Grill-Grundstück, sogar noch weitgehende  Mitbestimmungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Gestaltung des neuen Bauvorhabens. Aber selbst bei Fortbestand des jetzigen Verkaufsvertrags ist die Gemeinde nicht gezwungen, das Bauvorhaben in seiner jetzigen Form zu akzeptieren (so auch die Aussage der Bürgermeisterin in der Bürgerversammlung vom 20.11.2017). Über diese wird üblicherweise verhandelt.

Warum will die Bürgerinitiative nur verhindern?

Das wollen wir nicht. Verhindern wollen wir nur weitere Schandflecken an markanten Stellen in Gauting (ähnlich wie der Baderhof auf dem ehemaligen Grill-Grundstück). Erreichen wollen wir eine ortsverträglichere Bebauung und eine bessere Lösung für die absehbaren Verkehrsprobleme.

Wollen Sie noch einmal jahrelange Streitereien wie beim Grill-Grundstück?

Mit dieser verständlichen Sorge wirbt der Investor nach dem Motto Zukunft statt Stillstand und jahrelanger Brache die rasche Umsetzung seiner Planung. Auch hier handelt es sich um eine Irreführung der Bürger durch Sontowski. Es werden Verzögerungen auftreten, doch können diese beherrscht werden, da anders als beim Grill-Grundstück  das Schulareal der Gemeinde gehört, sodass sie den zeitlichen Ablauf von Planung und Zuschlag weitgehend in der Hand hat. Es gab ja bereits früher Interessenten, und angesichts der „verzweifelten“ Suche von Immobilieninvestoren nach Filetgrundstücken darf mit gutem Grund angenommen werden, dass sich in überschaubarer Zeit ein geeigneter Investor findet.

Die Verzögerungen lagen nach unserem Wissen in erster Linie an dem vom Grundstückseigentümer geforderten sehr massiven Baurecht, das der damalige Gemeinderat nicht genehmigen wollte. Der 2014 neu gewählte Gemeinderat mit der Bürgermeisterin Frau Dr. Kössinger (CSU) hat dann für die große Baugenehmigung gesorgt und damit dem Eigentümer einen maximalen Verkaufspreis seines Grundstückes ermöglicht. (vgl. auch 2017-11-Stellungnahme von Prof. Auer)

Wieso ist auf dem Grundstück nicht schon längst gebaut worden?

Vor 3 Jahren kam es unter großer Beteiligung der Bürger zu drei Entwürfen für die Neubebauung. Einer der Entwürfe wurde favorisiert. Ein Investor zeigte bereits Interesse, ihn zu bauen. Frau Dr. Kössinger brach das Projekt mit der Begründung ab, es müsste erst ein Verkehrskonzept erstellt werden. Dieses Verkehrskonzept liegt nach 3 Jahren immer noch nicht vor. Der von Frau Dr. Kössinger ins Leben gerufene Arbeitskreis, der an dem Verkehrskonzept mitarbeiten sollte, hat erst nach langer Pause Ende November wieder einmal getagt. Das Konzept soll frühestens im Frühsommer 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Warum sind Sie gegen Verdichtung in Bahnhofsnähe? Wir brauchen doch Wohnungen.

Das sind wir nicht. Verdichtung aber nicht zu jedem Preis und maßvoll. Wir brauchen dringend preisgünstige Wohnungen. Hier werden von 60 geplanten  Wohnungen nur 4 gefördert, die dadurch erschwinglich für den Normalverdiener sein sollen.

Über Geschmack kann man doch immer streiten, d.h. unterschiedlicher Meinung sein.

Natürlich, aber mit diesem Satz kann man auch jede Bausünde rechtfertigen. Außerdem finden wir die geplante Versetzung und geplante Gestaltung des Kriegerdenkmals wenig würdevoll.

Was haben Sie gegen moderne Architektur? Was gefällt Ihnen nicht an dem schönen geplanten Gebäude von den Fotos?

Wir begrüßen moderne Architektur. Aber sie sollte gut gestaltet sein und von den Ausmaßen her in den Ort passen. (5-geschossige Einheitsfassaden wie bei Bürobauten, direkt am Gehsteig aufragend, können nicht richtig sein für Gauting). Die Abbildungen dienen der Werbung. Sie sind sehr geschönt, und die Realität wird mit Sicherheit deutlich anders aussehen (siehe Grill-Grundstück mit Baderhof vorher und nachher). Der Bau wird den Maßstab für eine weitere massive Bebauung der Bahnhofstraße setzen.

Was haben Sie gegen den geplanten Supermarkt und dm an dieser Stelle?

Gar nichts. Wir begrüßen die neuen Einkaufsmöglichkeiten ausdrücklich. Aber der dadurch deutlich erhöhte Verkehr an der Ammerseestraße vom Kriegerdenkmal bis zur Bahnunterführung (Schule, Park&Ride Parkplatz, Bewohner, Lieferanten und Kunden der Supermärkte) ist bereits in der Planung sehr schlecht geregelt. Die Kinder sind gefährdet. Das Kreisbauamt sieht das auch sehr kritisch.

Reichen die vorgesehenen Parkplätze inkl. Tiefgarage nicht aus?

Nein. Die einstöckige Tiefgarage ist nur Mietern und Angestellten vorbehalten. Die 43 vorgesehenen oberirdischen Parkplätze für die Kunden von Supermarkt, dm und 2 kleineren Geschäften mit einer Gesamtverkaufsfläche von 2.065 m2 reichen in keiner Weise aus und grenzen direkt an den Schulhof. Zum Vergleich: Der Edeka-Markt in Stockdorf bietet 180 Parkplätze bei ca. 2.600 m2 Verkaufsfläche (inkl. Getränkemarkt).

 

Hält das von der Gemeinde immer wieder erwähnte Verkehrskonzept die Bewältigung der Verkehrsprobleme nicht für beherrschbar?

Nein. Es gibt bisher kein abgeschlossenes Verkehrskonzept. Insbesondere im Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Ammerseestraße mit dem „Doppelknotenpunkt“ der Zufahrt zum Parkplatz für Bewohner des neuen Wohnkomplexes, Kunden und Lieferanten sowie zum P+R-Gelände mittels einen Tunnelbauwerks kann nicht funktionieren, sondern nur zu einem Verkehrschaos in diesem Kreuzungsbereich führen. Uns ist völlig unklar, wie die Gemeinde sich dies vorstellt.

Gibt es Erfolgsaussichten? Wie geht es dann weiter?

Ja, wenn wir bis zum 15. Dezember 2.000 Unterschriften gesammelt haben. Dann muss der Gemeinderat darüber abstimmen, ob das Bürgerbegehren rechtlich zulässig ist. Wenn ja, muss innerhalb von 3 Monaten von der Gemeinde ein Bürgerentscheid herbeigeführt werden. Dann können die Gautinger wahlberechtigten Bürger wie bei einer Wahl darüber abstimmen. Wir sollten die Entscheidung über das künftige Gautinger Zentrum nicht den Wenigen im Gemeinderat überlassen.
Allerdings hat Frau Dr. Kössinger inzwischen ein Ratsbegehren angekündigt, das dann parallel zu dem Bürgerentscheid durchgeführt werden würde, in welchem die maßgebliche Fragestellung „umgedreht“ wäre (d.h. die Bürger würden gefragt werden, ob sie das  von der Gemeinde gewollte Bauvorhaben gutheißen würden).
Unsererseits werden wir die Zeit nutzen, die rechtlichen Aspekte des bisherigen Verfahrens (prozedural und inhaltlich: Bürgerbeteiligung, Herausnahme aus einer Gesamtplanung ISEK, Ausweisung als Sondergebiet, GFZ-Erhöhung, Verkehrsplanung etc.) genau zu prüfen und ggf. ein verwaltungsrechtliches Verfahren einleiten.

Was wollen Sie anstelle des geplanten Bauvorhabens? Haben Sie einen konkreten Gegenentwurf?

Unserer Ansicht nach sollte das Bauvorhaben durch einen Grünstreifen zur Bahnhofstraße hin etwas zurückgesetzt werden, sich mit einer anderen Gestaltung der Wohnblöcke besser in die städtebauliche Umgebung einpassen, die Verkehrsführung deutlich besser gelöst werden und der Bau einer doppelstöckigen Tiefgarage (das Untergeschoss für Mieter und Angestellte) es erlauben, den Schulhof nicht halbieren zu müssen, sodass die Kinder sich in der Pause nicht auf dem Sportplatz aufhalten müssen.

Ein Bürgerbegehren kann man nicht mit einem konkreten Gegenentwurf verknüpfen, da dann der Gemeinderat an diesen Entwurf gebunden wäre und keinerlei Gestaltungsspielraum hätte.

Bietet die versprochene Ampel kurz vor dem Eingang zur Schule nicht ausreichend Sicherheit für unsere Kinder?

Nein. Sonst bräuchten wir keine Schulweghelfer an den Ampeln. In der Früh kreuzen die Kinder die einzige Ein- und Ausfahrt zum gesamten Baukomplex: Einkaufsparkplatz, Anlieferverkehr für Supermarkt/dm und Tiefgarage. Zusätzlich führt hierüber eine der Ein-/Ausfahrten zum neu geplanten P&R-Platz (im Tunnel zum Tiefgeschoss im Hang). Der als Schutz für den Schulhof dort geplante 2.70 m hohe begrünte Wall über der Tunnelzufahrt wird Abgase, Feinstaub und Lärm nicht fernhalten.

Bleiben die Bäume am P&R-Platz stehen?

Nein, alle 33 werden gefällt. Der Ersatz durch begrünte Dächer und durch 4 junge, also kleine Bäume zwischen den Längsparkplätzen entlang der Bahnhofstraße reicht unserer Ansicht nach nicht aus.

Trägt die Bürgerinitiative mit dem Begehren nicht nur Streit in die Gemeinde?

Wir wollen zwar unseren Standpunkt deutlich machen, aber wir wollen keine Polarisierung und Spaltung der Bürgerschaft und sind jederzeit gesprächsbereit.

Finden Sie hier Ihre Fragen nicht?

Dann schicken Sie uns bitte ein Mail an Info{at}gauting-aktiv.de.
Wir antworten schnellstmöglich.

Was können wir tun?

  • Unterschreiben
  • Unterschriften sammeln
  • Schriftliche Einwendungen gegen die ausgelegten Pläne an die Gemeinde erheben
  • Leserbriefe schreiben (SZ Starnberg, Starnberger Merkur, Kreisbote, Würmtal Info etc.)

Siehe dazu auch www.gauting-aktiv.de/Machen Sie mit!

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